(1) Steuerberater und Steuerbevollmächtigte haben ihren Beruf unabhängig, eigenverantwortlich, gewissenhaft, verschwiegen und unter Verzicht auf berufswidrige Werbung auszuüben.

(2) Steuerberater und Steuerbevollmächtigte haben sich jeder Tätigkeit zu enthalten, die mit ihrem Beruf oder mit dem Ansehen des Berufs nicht vereinbar ist. Sie haben sich auch außerhalb der Berufstätigkeit des Vertrauens und der Achtung würdig zu erweisen, die ihr Beruf erfordert.

(2a) Steuerberater und Steuerbevollmächtigte sind verpflichtet, sich
fortzubilden.

(3) Mit dem Beruf eines Steuerberaters oder eines Steuerbevollmächtigten
sind insbesondere vereinbar

  1. die Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt, niedergelassener
    europäischer Rechtsanwalt oder vereidigter Buchprüfer; 167 StBerG
  2. eine freiberufliche Tätigkeit, die die Wahrnehmung fremder Interessen
    einschließlich der Beratung zum Gegenstand hat;
  3. eine wirtschaftsberatende, gutachtliche oder treuhänderische Tätigkeit
    sowie die Erteilung von Bescheinigungen über die Beachtung
    steuerrechtlicher Vorschriften in Vermögensübersichten und
    Erfolgsrechnungen;
  4. die Tätigkeit eines Lehrers an Hochschulen und wissenschaftlichen
    Instituten; dies gilt nicht für Lehrer an staatlichen verwaltungsinternen
    Fachhochschulen mit Ausbildungsgängen für den öffentli –
    chen Dienst;
  5. eine freie schriftstellerische Tätigkeit sowie eine freie Vortrags- und
    Lehrtätigkeit;
  6. die Durchführung von Lehr- und Vortragsveranstaltungen zur Vorbereitung
    auf die Steuerberaterprüfung sowie die Prüfung als
    Wirtschaftsprüfer und vereidigter Buchprüfer und zur Fortbildung
    der Mitglieder der Steuerberaterkammern und deren Mitarbeiter.

(4) Als Tätigkeiten, die mit dem Beruf des Steuerberaters und des
Steuerbevollmächtigten nicht vereinbar sind, gelten insbesondere

  1. eine gewerbliche Tätigkeit; die zuständige Steuerberaterkammer kann von diesem Verbot Ausnahmen zulassen, soweit durch die Tätigkeit eine Verletzung von Berufspflichten nicht zu erwarten ist;
  2. eine Tätigkeit als Arbeitnehmer mit Ausnahme der Fälle des Absatzes 3 Nr. 4 sowie der §§ 58 und 59. Eine Tätigkeit als Angestellter der Finanzverwaltung ist stets mit dem Beruf des Steuerberaters oder Steuerbevollmächtigten unvereinbar.