Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Im Zusammenhang mit Mandatswechseln kommt es immer wieder zum Streit über geleistete Arbeiten und ihre Berechnung. Von zentraler Bedeutung ist dabei § 12 StBVV, der den Abgeltungsbereich der Gebühren regelt und der u. a. auch eine Antwort darauf enthält, wie Nacharbeiten korrekterweise abzurechnen sind.

Pauschalvereinbarungen sind im Bereich der Finanzbuchführung weit verbreitet und werden vielfach von Mandantenseite gewünscht. Wie Sie mit Ihren Mandanten rechtssichere Festpreise vereinbaren können, erfahren Sie auf den Seiten 3 und 4.

Dem grenzüberschreitenden Engagement von Steuerberatern kommt mehr und mehr Bedeutung zu. Dies auch insoweit, als Steuerberater im Ausland eigene Niederlassungen begründen. Eine Übersicht darüber, ob und welche Berufspflichten ein deutscher Steuerberater bei Tätigkeiten im Ausland zu beachten hat, finden Sie auf Seite 4.

In der Praxis trifft man sie häufig: Steuerberatungsverträge, die feste Laufzeiten enthalten und mit denen das allgemeine Kündigungsrecht gemäß § 627 BGB abbedungen wird. Vielfach erweisen sich die entsprechenden Bestimmungen jedoch als unwirksam mit der Folge, dass der Mandant ohne Einhaltung einer Frist kündigen kann. Das Amtsgericht Herne hat zu dieser Problematik eine sehr beraterfreundliche Entscheidung getroffen, die jedoch mit großer Vorsicht zu behandeln ist.

Scheinsozietäten gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen. Gemein ist ihnen, dass sie nur um den Preis der solidarischen Haftung auch der Scheinsozien zu haben sind. Dieses Problem wird insbesondere von angestellten Steuerberatern, die stolz darauf sind, auf den Geschäftspapieren ihres Arbeitgebers namentlich aufgeführt zu werden, häufig nicht erkannt bzw. unterschätzt. In einem aktuellen Urteil des BGH ging es nicht um einen einzelnen Scheinsozius, sondern um zwei Rechtsanwaltssozietäten, die sich zu einer Außensozietät zusammengeschlossen hatten. Solche Zusammenschlüsse sind auch unter Steuerberatern ein Thema. Und sie sind nach der Auffassung des BGH zulässig, wenn der Zusammenschluss dem Rechtsverkehr im Wesentlichen die gleichen Vorteile bringt wie Mandatierung einer „echten“ Sozietät

Ich wünsche Ihnen eine anregende und aufschlussreiche Lektüre!

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe Mai 2013