Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Die Übergangfrist ist abgelaufen. Für alle bilanzierenden Unternehmen ist die elektronische Übermittlung von Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen (sogenannte E-Bilanz) für Wirtschaftsjahre ab 2013 Pflicht. Aufgrund der dabei von der Finanzverwaltung vorgegebenen Taxonomie sowie den sich aus dem BilMoG ergebenden Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz ist die Anzahl der Abweichungen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz deutlich angestiegen. Ein Gastbeitrag von Bundessteuerberaterkammervizepräsident Dr. Raoul Riedlinger zeigt, dass die StBVV ausreichend Spielräume eröffnet, die veränderten Anforderungen auch vernünftig abrechnen zu können.

In der Februarausgabe hatten wir berichtet, dass die Beauftragung  eines Inkassounternehmens durch Steuerberater ohne vorherige Zustimmung des Mandanten in der Regel unzulässig ist. Ein aktuelles Urteil  des   Amtsgericht  Mülheim a. d. Ruhr gemahnt zur Vorsicht. Neben den bereits aufgezeigten berufs- und strafrechtlichen Konsequenzen können sich auch Schadensersatzansprüche seitens des Mandanten ergeben. Das Thema darf also nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen: Bei der Werbung ist Steuerberatern kaum noch eine Grenze gesetzt. Wie weit die Rechtsprechung zwischenzeitlich geht und wie klein der Bereich desjenigen ist, was heute (noch) als berufswidrige Werbung anzusehen ist, verdeutlicht unser Beitrag zur Aufmerksamkeitswerbung.

Kein Dauerthema, aber eines, auf welches man vorbereitet sein sollte, ist der Besuch der Steuerfahndung in den Kanzleiräumen zum Zwecke der Beschlagnahme von Mandantenunterlagen. Besteht für den Steuerberater überhaupt eine Möglichkeit, einer Durchsuchung und anschließenden Beschlagnahme zu widersprechen? Darf bzw. muss er Unterlagen des Mandanten, die eigenen Arbeitspapiere, Notizen usw. herausgeben und wie verhält es sich mit den elektronischen Datenbeständen? Wie Sie sich in einer solchen Situation verhalten sollten und dass es nicht immer klug ist, auf formale Fehler eines Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlusses gleich zu Beginn hinzuweisen, erfahren Sie ab Seite 6.

Unter der Rubrik „Bunt und Galant“ berichten wir über den „Schwenninger Steuertag“. Zur Berichterstattung gehört auch eine durchaus wichtige Fachinformation, die Prof. Dr. Michael Schmitt im Rahmen seines Vortrages gegeben hat.

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre!

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe April 2013