Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Die Frage, welche Gebühr die angemessene ist, stellt sich spätestens im gerichtlichen Verfahren. Im ersten Artikel dieser Ausgabe erfahren Sie, welche Kriterien für die Bemessung der Vergütung relevant sind, dass geringe Gegenstandwerte nicht durch Erhöhung des Zehntelsatzes kompensiert werden können und dass die Anforderungen an die Höchstgebühr zwar hoch, aber nicht zu hoch sind.

Ein Standardproblem der Gebührenabrechnung stellt die Abrechnung bei mehreren Auftraggebern dar, insbesondere dann, wenn die Auftraggeber zerstritten sind und keine Zahlung auf die Gesamtrechnung erfolgt. Das LG Mannheim hat hierzu in einer Anwaltssache entschieden und wir haben die Entscheidung für Sie praktisch umgesetzt.

Eine Vergütungsvereinbarung, die per Telefax abgeschlossen wird, ist nach einem Urteil des OLG Düsseldorf wegen Verstoßes gegen das Schriftformerfordernis gemäß § 4 StBVV unwirksam. Betroffene Steuerberater wenden unter Hinweis auf Abs. 1 S. 3 dieser Vorschrift ein, der Auftraggeber habe doch freiwillig und vorbehaltslos geleistet, so dass der Formfehler geheilt sei. Dass diese Auffassung definitiv nicht für vereinnahmte Vorschüsse greift und dass es auch weitere Probleme mit der sogenannten vorbehaltslosen Zahlung geben kann, erfahren Sie auf Seite 4.

Sowohl den Bereich des Gebührenrechts wie den der Werbung betrifft die Frage, ob Steuerberater ihre Beratungsleistungen auch per Telefonhotline anbieten dürfen.

Selbstständige Buchhalter und Bilanzbuchhalter suchen die Nähe zu Steuerberatern und dies aus den verschiedensten Gründen. In den seltensten Fällen geht es dabei allein um die Begründung eines (zwischenzeitlich erlaubten) freien Mitarbeiterverhältnisses. Immer wieder werden zwecks Umgehung des Erlaubnisvorbehalts unzulässige Konstruktionen vereinbart, die irgendwann in der Berufsaufsicht landen.

In der Praxis vielfach unbeachtet sind die Hinweispflichten, die sich aus der DL-Info ergeben. Die Beachtung dieser Pflichten ist wettbewerbsrechtlich ebenso relevant wie die Beachtung der Hinweispflichten nach dem Telemediengesetz (TMG). Angesprochen ist insoweit die Frage, welche Inhalte das Impressum einer Homepage aufweisen muss. Ab Seite 5 erfahren Sie, dass die jeweiligen Hinweispflichten auch kombiniert erfüllt werden können. Ich wünsche eine aufschlussreiche Lektüre!

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe März 2013