Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Sonderzahlungen an besonders engagierte Mitarbeiter/innen sind ein probates Mittel der Personalführung, nicht nur bei Mandanten, sondern auch bei uns selbst. Eine rechtliche Verpflichtung, solche Zahlungen in der Zukunft leisten zu müssen, mag indes niemand gerne eingehen. In dieser Ausgabe erfahren Sie, warum es heute viel schwerer ist, sich vor einem Automatismus zu bewahren und was man bei Abfassung entsprechender Vereinbarungen beachten sollte.

Einem wichtigen Thema widmet sich Herr Rechtsanwalt Dr. Rolf Stagat, den wir an dieser Stelle als weiteren Autoren von KANZLEI intern herzlich begrüßen. Ausgehend von einer aktuellen Entscheidung des Oberlandesgerichts Schleswig-Holstein geht er der praxisrelevanten Frage nach, ob Steuerberater ihre Mandanten auf Fehler des Vorberaters und eine drohende Verjährung von Schadensersatzansprüchen hinweisen müssen. Diese Frage ist insoweit von erheblicher Bedeutung, denn wenn ein zu gebender Hinweis nicht gegeben wird, macht sich der Steuerberater bekanntlich selbst schadensersatzpflichtig.

Brandaktuell und für den Außenauftritt von Steuerberatern wichtig ist ein Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 29.10.2014. Es geht um die Frage, wie bzw. an welcher Stelle nicht-amtlich verliehene Bezeichnungen (z. B. Fachberater für xy, DStV e.V.) geführt werden dürfen. Im Unterschied zu früheren Entscheidungen hat dabei erstmals ein Gericht darüber befunden, wie groß der Abstand zwischen Berufsbezeichnung und Zusatzbezeichnung auf einem Briefbogen sein muss und wie das „Abstandsgebot“ bei kleinteiligen Medien wie einer Visitenkarte eingehalten werden kann.

Unter der Rubrik „Kollegen fragen, KANZLEI intern antwortet“, finden Sie zwei besonders praxisrelevanten Fragestellungen. Die eine geht dahin, was mit Ansprüchen von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen geschieht, wenn eine Kanzlei verkauft oder in eine Gesellschaft eingebracht wird. Die zweite befasst sich mit den Fällen, bei denen mit Mandanten aufgrund eines besonders hohen Haftungsrisikos eine sogenannte Exzedentversicherung abgeschlossen wird.

Zum Ausklang des Jahres danke ich Ihnen zugleich im Namen des Autorenteams für die Aufmerksamkeit, die Sie KANZLEI intern gewidmet haben. Wir hoffen, dass unsere Artikel für Sie in irgendeiner Weise hilfreich waren und Sie sich schon jetzt auf die nächsten Ausgaben in 2015 freuen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und entspanntes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in ein hoffentlich erfolgreiches Jahr 2015!

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe Dezember 2014