Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Ich freue mich, Ihnen mit der ersten Ausgabe von KANZLEI intern eine erfreuliche Nachricht überbringen zu können: Nach mehreren Anläufen ist es dem Berufstand endlich gelungen, den Gesetzgeber zu einer Anpassung der Steuerberatergebührenverordnung zu bewegen. Die vorliegende Fassung darf als durchaus gelungen angesehen werden und dies nicht allein im Hinblick auf die dort vorgenommenen Erhöhungen. Es wurde eine Vielzahl alter Zöpfe abgeschnitten und Klarstellungen vorgenommen, ohne dass die Systematik Schaden erlitten hätte. Eine Darstellung der wichtigsten Änderungen sowie die Beantwortung der Frage, ab wann die „neue“ Verordnung anzuwenden ist, erhalten Sie im ersten Artikel dieser Ausgabe.

Unter der Rubrik „Gebührenrecht“, die standardmäßig für alle Ausgaben von KANZLEI intern vorgesehen ist, haben wir für Sie das Thema „Auftrag“ etwas umfassender aufbereitet. Der Grund hierfür liegt einerseits darin, dass der Zeitpunkt der Beauftragung für die Anwendung der neuen StBVV bedeutsam ist. Andererseits wird in Gebührenrechtsstreitigkeiten von Mandantenseite immer wieder eingewandt, es sei kein Auftrag erteilt worden. Da im Rahmen einer Zahlungsklage die Beweislast für die Beauftragung beim Steuerberater liegt, sollten Sie diesem Thema ein paar Minuten Ihrer Aufmerksamkeit widmen.

Bei der Beratung insolvenzgefährdeter Mandanten ist Vorsicht geboten. Welche Möglichkeiten es gibt, das verdiente Honorar  gegenüber dem Insolvenzverwalter abzusichern, erfahren Sie auf Seite 4.

Aus dem Bereich der Haftung haben wir für Sie ein aufschlussreiches Urteil des OLG Karlsruhe kommentiert. Im Streitfall ging es um eine telefonische Auskunft, die eine Mitarbeiterin eines Steuerberaters einem Mandanten erteilt hatte. Die Mitarbeiterin hatte ihre Auskunft unter Vorbehalt gestellt und dem Mandanten eine genaue Prüfung angeboten, was dieser ablehnte. Gleichwohl wurde der Steuerberater wegen fehlerhafter Auskunft zum Schadenersatz verurteilt.

Ein aktuelles Urteil aus dem Bereich Werbung/Kundmachung befasst sich mit der Frage, ob und wie Zusätze zur Berufsbezeichnung auf Visitenkarten und in Telefonbucheinträgen angebracht werden dürfen.

Unter der Rubrik „Bunt und Galant“ finden Sie, wie bei den gleichnamigen Zeitschriften, kurze Berichte über Wichtige und Wichtiges, über Amüsantes und Interessantes aus dem Berufstand.

Ich wünsche Ihnen eine anregende und informative Lektüre!

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe Januar 2013