Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Man kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen: Der korrekten Gebührenabrechnung kommt in der Praxis erhebliche Bedeutung zu. Das musste ein Kollege aus Nordrhein-Westfalen, der vor dem Amtsgericht Bochum um eine Gebührenforderung stritt, schmerzhaft erfahren. Seine Klage wurde komplett abgewiesen, nur weil er keine ordnungsgemäße Rechnung erteilt hatte.

Praxiskäufe und -verkäufe gehören sicher nicht zum beruflichen Alltag. Irgendwann ist aber jeder, der selbstständig ist oder sich selbstständig machen möchte, mit der Frage konfrontiert, wie ein Kauf/ Verkauf möglichst ohne Reibungsverluste bewerkstelligt werden kann. Im Hinblick auf den eigentlichen Wert einer Kanzlei, dem Mandantenstamm, stellen sich zwei Fragen:

Wie können die Mandanten dazu bewegt werden, das Mandat auf den neuen Steuerberater zu übertragen. Probates Mittel hier ist die Vereinbarung einer überleitenden Mitarbeit.

Die zweite Frage ist die, wie sich der Käufer dagegen schützen kann, dass der Verkäufer nach dem Verkauf unmittelbar oder mittelbar auf seine frühere Mandanten zugeht, um diese wieder in eigener Regie zu beraten. Hier fällt das Stichwort Wettbewerbsverbot. Das OLG Düsseldorf hat nun eine durchaus vernünftige, in der Praxis allerdings eher selten vorkommende Vereinbarung als rechtlich zulässig bestätigt.

In unserer Rubrik „Kollegen fragen, KANZLEI intern antwortet“ finden Sie drei interessante Fragestellungen zu den Themen „Abrechnung einer Selbstanzeige“, „Die Tätigkeit als Testamentsvollstrecker“ sowie „Elektronische Gebührenrechnung“.

Abgerundet wird diese Ausgabe von einer kurzen Berichterstattung über die Deutsche Marathonmeisterschaft der Steuerberater 2015. Sie werden sehen, der Berufstand ist flott unterwegs!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende und aufschlussreiche Lektüre.

Ihr

Michael Klaeren

 

In dieser Ausgabe