Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Wenn Sie in die Verlegenheit geraten, Ihr Honorar einklagen zu müssen, sollten Sie nicht unbedingt darauf vertrauen, dass sich der mit Ihrem Fall befasste Richter mit       der Steuerberatervergütungsverordnung tatsächlich auskennt. Diese Erfahrung machte ein Kollege aus Dortmund, der auf der Grundlage einer Vergütungsvereinbarung sein Honorar einklagen wollte. Das AG Dortmund stellte fest, dass sowohl die Vergütungsvereinbarung wie die im Prozess nachgeschobene Rechnung nicht den Formerfordernissen der Steuerberatervergütungsverordnung entsprechen. Die Abweisung der Klage erscheint auf den ersten Blick richtig. Warum das Gericht dem Steuerberater trotz Formmangels den Honoraranspruch hätte zubilligen müssen, erfahren Sie im ersten Artikel dieser Ausgabe.

In der August-Ausgabe hatten wir über ein aktuelles Urteil des BFH berichtet, mit dem ein Steuerberater, weil er seinem Mandanten lediglich eine „komprimierte“ Steuererklärung zur Freigabe vorgelegt hatte, zum Schadensersatz verurteilt wurde. In dieser Ausgabe erfahren Sie, wie Sie das Verfahren zur Freigabe der Erklärung rechtssicher und „schlank“ gestalten können.

Ihrer besonderen Aufmerksamkeit empfehle ich den Artikel meiner Kollegin Rechner zur neuen Befreiungspraxis der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV). Unabhängig davon, dass die Beachtung der neuen Vorgaben im ureigenen Interesse angestellter Steuerberater liegt, schlummern hier auch nicht unerhebliche Haftungsgefahren.

Die Verhängung eines Verspätungszuschlages ist, so das Finanzgericht Münster, nur bei vollständiger Berücksichtigung der Tatbestandsmerkmale des § 152 Abs. 2 AO rechtmäßig. Da uns das Urteil so gut gefallen hat, haben wir dieses, obwohl rein steuerrechtlicher Natur, ausnahmsweise in Kanzlei intern kommentiert.

Zum Schluss ein Wort in eigener Sache. Wir haben aufgrund einer aktuellen Anfrage die neue Rubrik „Kollegen fragen – KANZLEI intern antwortet“ eingerichtet. Ab sofort können Sie unter info@dws-verlag.de Themen benennen oder Praxisprobleme schildern, deren Erörterung Ihnen am Herzen liegt. Rechtsberatung darf der Verlag zwar nicht leisten, eine Aufbereitung in allgemeiner Form wird uns in vielen Fällen jedoch möglich sein.

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe November 2013