Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Nachdem in der Septemberausgabe die Rubrik „Bunt und Galant“ aufgrund der Neuwahlen des Präsidiums der Bundessteuerberaterkammer etwas umfangreicher ausgefallen ist, liegt der Schwerpunkt dieser Ausgabe auf dem Gebührenrecht.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und der 31.12. ist jedenfalls für diejenigen Kolleginnen und Kollegen unter Ihnen, die hohe Außenstände vor sich herschieben, ein wichtiges Datum. Der Artikel „Verjährung von Gebührenforderungen“ befasst sich nicht nur mit den allgemeinen Verjährungsregelungen, besonders interessant dürfte – bezogen auf Mandanten mit hohen Außenständen – die dort aufgezeigte Möglichkeit der Honorarabsicherung via Schuldanerkenntnis sein.

In einem Gastbeitrag weist Steuerberater Bernhard Starz, Mitglied des Gebührenrechtsausschusses der Bundessteuerberaterkammer, auf eine jüngere, erfreuliche Rechtsprechung einiger Finanzgerichte bezüglich der Höhe des Streitwertes in AdV-Verfahren hin. Bemerkenswert ist, dass die Gerichte sich sehenden Auges in Widerspruch zur (bisherigen) Rechtsprechung des BFH begeben.

In früheren Jahren waren sie regelmäßig anzutreffen, die Abrechnungen nach Buchungszeilen oder Buchungssätzen. Dass diese Abrechnungsart nicht ganz in Vergessenheit geraten ist, zeigt eine Kollegenanfrage. Ob sie aus gutem Grund heute weniger Verwendung findet, erfahren Sie in dieser Ausgabe.

Auf ein besonderes arbeitsrechtliches Problem im Zusammenhang mit der Elternzeit weist Kollege Dr. Sascha Berst-Frediani in der ihm eigenen, ebenso charmanten wie eloquenten Art hin.

Das Thema „Lohnsteuerhilfeverein“ hat uns schon mehrfach beschäfttigt. Im Alltag der Steuerberaterkammern geht es meistens um Beschwerden von Kollegen über unzulässige und/oder agressive Werbemethoden dieser Vereine, letztlich also um die Konkurrenzsituation. Man kann sich dem Thema auch auf anderem Weg nähern, indem man als Steuerberater in die Dienste eines solchen Vereins tritt oder – was durchaus möglich ist – selbst einen Lohnsteuerhilfeverein gründet. Ob das alles zum Wohle des Berufstandes geschieht, steht auf einem anderen Blatt.

Ich wünsche Ihnen eine interessante und anregende Lektüre!

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe Oktober 2015