Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Bei der Abrechnung von Beratungsleistungen sind in der Praxis immer wieder zwei problembehaftete Varianten anzutreffen: Die eine ist die, dass der Berater aus Bequemlichkeit bei der Gebührenberechnung nicht differenziert, sondern alle Leistungen in eine oder wenige Gebührenpositionen packt. Bei der anderen Variante wird das Gegenteil praktiziert. Hier werden zusätzliche Positionen zum Ansatz gebracht, nicht um ein höheres Honorar zu generieren, sondern um eine vermeintlich höhere Transparenz herzustellen. Beide Varianten erweisen sich als höchst problematisch.

Das Versprechen, „in guten wie in schlechten Zeiten“ zusammenzuhalten, kann leider nicht immer eingehalten werden. Die Ehe zerbricht und dann wird ab- und aufgerechnet. Ein Steuerberater, der im Scheidungsverfahren mit Unterhaltsforderungen seiner Frau konfrontiert wurde, hat diesen kurzerhand Honorarforderungen aus Beratungsleistungen für das Kleingewerbe der Ehefrau in den vorherigen Jahren entgegengesetzt. Das Landgericht Bielefeld ist dem Argument der Ehefrau, es habe sich um familiäre unentgeltliche Gefälligkeiten gehandelt, gefolgt. Da sich die Entscheidung nicht allein auf Verflossene, sondern auch auf Freunde und Bekannte, für die steuerberatende Leistungen teilweise unentgeltlich erbracht oder entgegenkommender Weise preiswert abgerechnet werden, bezieht, wurde dies für Sie hier kommentiert.

In der Juli-Ausgabe hatten wir berichtet, dass Steuerberater, soweit sie als Berufsbetreuer tätig sind, verpflichtet sind, die Betreuertätigkeit als Gewerbe anzumelden. Finanziell ist dieses Geschäftsfeld auf den ersten Blick mit Stundenhöchstsätzen von 44,00 € nicht wirklich attraktiv. Bei effizienter Arbeitsweise sieht die Sache im Hinblick auf die Abrechnung nach „Fall-Pauschalen“ ggf. etwas freundlicher aus. Attraktiv ist der Fall, in dem der voll geschäftsfähige Mandant im Rahmen einer Vorsorgevollmacht eine Betreuung durch den Steuerberater vorsieht. Für diese kann ein Stundensatz frei vereinbart werden.

Soweit noch nicht geschehen, sollte die Umstellung des Zahlungssystems der Kanzlei nun umgehend auf das neue, ab dem 01.02.2014 verpflichtende SEPA-Verfahren erfolgen. Die Variante „SEPA-Firmenlastschrift“ drängt sich für Steuerberater, die mit Vorschussanforderungen arbeiten (und das sollten eigentlich alle tun), geradezu auf. Eine Darstellung der Unterschiede und Anforderungen der jeweiligen Verfahren finden Sie ab Seite 6.

Bei den angesprochenen und den weiteren Themen dieser Ausgabe wünsche ich Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre!

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe Oktober 2013