Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Heute trifft man die Abrechnung der Buchhaltung nach Buchungszeilen eher selten an. Das ist auch gut so, denn wenn die hierzu getroffene Absprache zu den jeweils im Rahmen der Buchführung anfallenden Zusatzarbeiten keine Aussage trifft, geht dies regelmäßig zu Lasten des Steuerberaters, wie ein Urteil des Landgerichts Essen zeigt. Für die Gebührenfachleute unter Ihnen sei zu diesem Urteil ergänzend angemerkt, dass das Gericht (auch) den Abschluss einer mündlichen Vergütungsvereinbarung als nicht bewiesen ansah. Infolgedessen musste es sich auch nicht mit der Frage befassen, ob eine mündliche Vereinbarung, die sich der Höhe nach noch im Gebührenrahmen der StBVV bewegt, wirksam ist (vgl. zu dieser Problematik Kanzlei intern 12/2013 Nr. 04).

Wenn ein Steuerberater ein neues Mandat übernimmt und feststellt, dass der Vorberater fehlerhaft gearbeitet hat, muss er seinen neuen Mandanten auf diesen Umstand hinweisen, anderenfalls macht er sich unter Umständen schadensersatzpflichtig. Es stellt sich in der Praxis auch schnell die Frage, wer den Fehler denn nun beheben soll. Darf dies der neue Steuerberater (auf Kosten des alten) tun oder muss der Mandant seinem früheren Berater Gelegenheit zur Nachbesserung geben?

Mit dem dritten Teil der Serie „Der Anstellungsvertrag des Steuerberaters“ schließt Rechtsanwalt Dr. Berst-Frediani die grundsätzlichen Fragestellungen zu diesem Thema ab. In Form von Einzelbeiträgen wird er für Sie jedoch weitere arbeitsrechtlich relevante Themen, wie beispielsweise die „Dienstwagenvereinbarung“, praxisnah aufbereiten.

In der Mai-Ausgabe von KANZLEI intern hatten wir darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, eine Datenschutzerklärung in den Internet-Auftritt der Kanzlei einzubauen. Damit lagen wir offensichtlich richtig, denn aus dem Kollegenkreis wird verstärkt über erhaltene Abmahnungen berichtet. Frau Ass. jur. Vanessa Schepers, neue Mitarbeiterin der Steuerberaterkammer Düsseldorf und neue Mitautorin dieser Zeitschrift, hat sich dieses Problems für Sie angenommen.

Präsidentschaftswahlen in Steuerberaterkammern sind weder bunt noch galant. Unter der gleichnamigen Rubrik finden Sie heute gleich zwei Kurzberichterstattungen. Passt das zusammen? Es passt, denn wir haben viele Kolleginnen und Kollegen, die sich für unseren Berufsstand engagieren, die uns wichtig sind und über die wir deshalb auch gerne einmal außerhalb des Protokolls etwas schreiben.

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe Juni 2015