Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Nach § 9 Abs. 1 StBVV kann der Steuerberater seine Vergütung nur aufgrund einer von ihm unterzeichneten und dem Mandanten mitgeteilten Berechnung einfordern, die die in § 9 Abs. 2 StBVV aufgelisteten Spezifikationen aufweist. In der Praxis werden diese Vorgaben vielfach vernachlässigt mit der Folge, dass in Gebührenprozessen Klageabweisung und Honorarverlust drohen. Viele von Ihnen, verehrte Leser, werden nun sagen, was soll´s? Ich habe so wenige Gebührenstreitigkeiten und wenn ich einmal etwas verliere, dann habe ich das durch den zuvor ersparten Aufwand lange kompensiert. Hierzu nur soviel: Macht es wirklich so viel Mühe, ein einziges Mal das Honorarmanagement, also Abrechnung und automatisiertes Mahnwesen, auf Vordermann zu bringen? Ich denke nicht. Im ersten Beitrag dieser Ausgabe erfahren Sie, wie Sie die an sich zwingenden Vorgaben der StBVV rechtssicher beschränken, wenn nicht ganz aushebeln können.

Wussten Sie, dass Sie in eigenen Angelegenheiten, wenn Sie gegen Ihren eigenen Steuerbescheid Einspruch eingelegt und eine erfolgreiche Klage vor dem Finanzgericht durchgefochten haben, Kostenerstattung verlangen können? Dies jedenfalls bei der Klage. Beim Vorverfahren ergeben sich einige Besonderheiten.

Großes Glück hatte ein Steuerberater, der einen Honorarstreit vor dem Amtsgericht Gütersloh führte. Obwohl er eine Frisörin, für die er Bilanzen erstellte, nicht darüber aufgeklärt hatte, dass diese gar nicht bilanzierungspflichtig ist, sprach ihm das Gericht die Gebühr für die Bilanzen zu.

Dass auch Finanzbeamte Fehler machen, ist allgemein bekannt. Welche Fehler u. a. zu Amtshaftungsansprüchen führen, erfahren Sie bei der Lektüre der Rubrik Kollegenfragen.

„Ein Grand Seigneur tritt von der Bühne ab“. Franz Longin, langjähriger Kammerpräsident der Steuerberaterkammer Stuttgart, sagt seiner Kammer und damit der Bundessteuerberaterkammer adieu. Von dieser Stelle nur so viel: Sehr geehrter Herr Longin, den Diskussionen in den Bundeskammerversammlungen werden Sie fehlen!

Ihnen, verehrte Leser, wünsche ich nun eine angeregte Lektüre.

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe 06/2014