Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Aus aktuellem Anlass hatten wir in der letzten Ausgabe einen Artikel zur Abrechnung der E-Bilanz gebracht. Eine Reihe von Rückfragen, die wir hierzu erhalten haben, zeigt, dass die Abrechnung dem Grunde nach keine Schwierigkeiten mehr bereitet, aber viele Kolleginnen und Kollegen bezüglich der Höhe der jeweils anzusetzenden Gebühren verunsichert sind. Wir haben die Nachfragen zusammengefasst und sind dabei auch auf die Fragestellung eingegangen, ob die Mindestgebühren unterschritten bzw. Pauschalhonorare vereinbart werden dürfen.

Aus dem Bereich des Gebührenrechts ist besonders auf den Artikel zur Abrechnung einer verbindlichen Auskunft hinzuweisen, denn nicht selten sind solche Anträge mit erheblichem Aufwand verbunden, für den allein die Rahmengebühr des § 23 Satz 1 Nr. 10 StBVV nicht ausreichend ist.

„Mehr Schein als Sein“. Das ist nicht selten das Motto bei der Gestaltung von Geschäftspapieren. Der BGH hat in einer aktuellen Entscheidung deutliche Grenzen für die Außendarstellung von Kooperationen gesetzt.

In der August-Ausgabe des vorigen Jahres hatte Mitautor Dr. Sascha Berst eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Leipzig für Sie analysiert. Seine Prognose lautete: Die Tage der Mandantenschutzklausel sind wohl gezählt. Diese Einschätzung hat nun das Bundesarbeitsgericht mit einem aktuellen Urteil unmissverständlich bestätigt.

In der Kollegenecke finden Sie wiederum eine Reihe interessanter Fragestellungen. Nicht immer spiegeln dabei die Überschriften die gesamte Problematik wieder. So finden Sie aktuell unter der Überschrift  „Gebühren für Erstberatung“ nicht allein die Darstellung der gebührenrechtlichen Problematik, sondern zugleich auch die der berufsrechtlichen, die gerade in diesem Fall zu einem für den Kollegen sicher unerwarteten Ergebnis führt.

Beratung „aus einer Hand“ wird von Mandanten geschätzt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Steuerberater mehr und mehr zu beruflichen Zusammenschlüssen mit Rechtsanwälten tendieren. Bei den vielen Schnittstellen, die sich im Rahmen der Mandatsbetreuung zur Rechtsberatung ergeben (z. B. Testamente, Gesellschafts- und Arbeitsverträge, Arbeitszeugnisse etc.), sind solche Überlegungen sicher berechtigt. Ganz so einfach, wie manche Kollegen sich die Einbindung von Rechtsanwälten in die eigene Kanzlei vorstellen, ist die Sache jedoch nicht. Nur eine Partnerschaft „auf Augenhöhe“ ist zulässig.

Ich wünsche eine aufschlussreiche Lektüre!

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe Mai 2014