Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Spezialisierungen gibt es im Bereich der Steuerberatung viele und es gibt zwischenzeitlich auch eine veritable Anzahl von Fachberaterbezeichnungen, solchen, die amtlich durch die Steuerberaterkammern verliehen sind oder solche erteilt von Verbänden. Hier wie da geht es den Berufskollegen um Werbung mit besonderen Kenntnissen. Der BGH hatte zum anwaltlichen Berufsrecht nun über die Frage zu befinden, in welchem Verhältnis die Bezeichnung „Spezialist für Familienrecht“ zu einer entsprechenden Fachanwaltsbezeichnung steht. Das Urteil des BGH kann auf das Berufsrecht der Steuerberater „eins zu eins“ übertragen werden.

Seit dem Jahr 2007 besteht die Möglichkeit, eine Vergütungsvereinbarung in einen Steuerberatungsvertrag einzubetten. Gebührenrechtsspezialisten haben gleich von Beginn an von der Umsetzung abgeraten und dies aus folgendem Grund: Eine Einbettung in den Vertrag ist nur dann rechtswirksam, wenn die Vergütungsvereinbarung von den anderen Vertragsbestandteilen „deutlich abgesetzt“ ist. Diese Formulierung sei zu schwammig und damit wenig rechtssicher. Recht hatten sie, die Spezialisten, wie ein aktuelles Urteil des OLG Karlsruhe zeigt.

Seit dem 19.07.2013 sieht das Partnerschaftsgesellschaftsgesetz die Möglichkeit vor, eine Partnerschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbB) als Berufsausübungsform zu wählen. Diese Gesellschaftsform erfreut sich zunehmender Beliebtheit, jedenfalls steigt die Zahl dieser Gesellschaften stetig an. Wir haben dies zum Anlass genommen, die Frage der Rechtsformwahl unter allen möglichen Gesichtspunkten näher zu beleuchten. Dass dieses facettenreiche Thema nicht mit einem Artikel abgehandelt werden kann, liegt auf der Hand.

Ein wichtiges Thema im Rahmen der Berufsausübung ist der Anstellungsvertrag. Dies sowohl aus Sicht des Selbstständigen wie des Angestellten. So unterschiedlich die Zielrichtungen in Teilen dabei sind, so wichtig ist es, sich über sämtliche Aspekte der Zusammenarbeit Klarheit zu verschaffen. Da das Thema sehr komplex ist, haben wir auch hier eine Aufteilung in mehrere Teile vorgenommen.

Gleich eine ganze Reihe von Kollegenfragen runden diese Ausgabe ab.

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre.

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe April 2015