Sehr geehrte Steuerberaterin,
sehr geehrter Steuerberater!

Seit Beginn des Jahres stellt die Finanzverwaltung Steuerpflichtigen auf Wunsch online eine bereits vor-ausgefüllte Steuererklärung zur Verfügung und bietet dabei auch gleich noch ein kleines Programm an, mit dessen Hilfe die Steuerklärung komplettiert werden kann. Dass damit nur die allereinfachsten Steuerfälle erledigt werden können und dass diese Funktionalität nicht zu Umsatzverlusten führen wird, darf gesichert angenommen werden. Gleichwohl ist das Thema auch für Steuerberater von besonderer Bedeutung, denn bei Nutzung der Möglichkeit zum Datenabruf entfallen Eingabearbeiten und damit mögliche Fehlerquellen. Auf der anderen Seite können die Daten, so die überwiegende Meinung, nicht ungeprüft übernommen werden, da diese bekanntlich häufig fehlerhaft sind. Kollege Dr. Feiter beleuchtet für Sie die in diesem Zusammenhang möglicherweise auftretenden gebühren- und haftungsrechtlichen Aspekte, soweit sie in diesem frühen Stadium absehbar sind.

In die Verlegenheit, sein Honorar einklagen zu müssen, kommt der Steuerberater aufgrund der Struktur des Dauermandats glücklicherweise nicht oft. Aus diesem Grunde gehen manche Berater insoweit ein kalkuliertes Risiko ein. „Wenn ich alle paar Jahre einmal einen Anspruch verliere, ist das nicht so schlimm. Dafür erspare ich mir den Aufwand mit den Rechnungen.“ Wenn dann konkret ein Honorarausfall von vielleicht 10.000,00 € droht (gar nicht selten) oder ein Mandant Honorar im sechsstelligen Bereich zurückfordert (soll auch vorkommen), ist der Ärger über die frühere Nachlässigkeit groß. Auf was Sie im Tagesgeschäft „Gebührenabrechnung“ achten sollten, um das „kalkulierte Risiko“ zu minimieren, und was Sie in einem möglichen Gebührenprozess beachten müssen, erfahren Sie im ersten Artikel dieser Ausgabe.

Ein erfreuliches Urteil zu der Frage, in welcher Form der Steuerberater einem früheren Mandanten die für ihn gespeicherten Daten übergeben muss, hat das LGt Wuppertal gefällt. Die vom Gericht vorgenommene Klarstellung ist zu begrüßen.

Das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“ beschäftigt nach wie vor die Gerichte. Wenn Sie ein Inserat schalten, reicht es nicht aus, die Stelle geschlechtsneutral, also mit m/w auszuschreiben, jedenfalls dann nicht, wenn Sie „Young Professionals“ suchen.

Unsere Rubrik „Kollegen fragen, KANZLEI intern antwortet“ erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Gleich drei interessante Themenstellungen finden sie in dieser Ausgabe.

Ich wünsche eine aufschlussreiche Lektüre.

Ihr
Michael Klaeren

Ausgabe Februar 2014